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Es ist kurz vor halb acht am Samstagabend, als die aufgedrehten A-Junioren des VBC Münchenbuchsee oben auf der Galerie nicht mehr zu halten sind. «Nati A, Nati A, Nati A», skandieren sie vielstimmig. 24:15 führt die erste Mannschaft im vierten Satz – der Aufstieg in die Nationalliga A ist zum Greifen nahe. Wenige Sekunden später ist es vollbracht: Ein Gästespieler drischt den Ball ins Netz, Münchenbuchsee gehört zum dritten Mal nach 2001/02 und 2003 bis 2005 wieder der nationalen Volleyball-Elite an. Die Spieler vollführen einen improvisierten Gruppentanz. Jemand eilt mit einem Set blauer T-Shirts zu dem Menschenknäuel. Im Nu haben sich die Lokalhelden die Leibchen mit den Aufdrucken «Cup-Halbfinal 2010» und «Aufstieg NLA 2010» übergestreift.
Die stimmgewaltigen Nachwuchs-Volleyballer geben derweil die nächste Probe ihres Gesangsrepertoires zum Besten. Etliche gut geölte Kehlen intonieren den Song «A dr Aare» von Wurzel 5. Der Song der Berner Rapband sei so etwas wie die Klubhymne geworden, sagt Trainer Jürg Wüthrich. Der 37-Jährige zeigt in der Stunde des Triumphs keine grossen Emotionen. Während die Akteure im Kreis herumhüpfen, steht er etwas abseits und unterhält sich mit einer Funktionärin. Bei ihm sei die grosse Anspannung schon vor Matchbeginn weg gewesen, sagt er. «Kurz bevor wir aufs Feld mussten, erfuhr ich, dass Schaan in Lausanne verloren hatte.»
Alle spielen, keiner weiss es
Um die Spannung hochzuhalten, teilt er den Spielern nichts von ihrem Glück mit. Diese steigen denn auch hoch konzentriert in das Spiel und haben schnell einmal den ersten Satz ins Trockene gebracht (25:18). Auch im zweiten Satz lassen sie nichts anbrennen (25:17). Und hätte Wüthrich im dritten Satz nicht diverse Wechel vorgenommen («Ich wollte, dass auch die Ersatzspieler bei diesem speziellen Match ein paar Minuten spielen können»), das Heimteam wäre wohl zu einem glatten 3:0-Erfolg gekommen. So aber müssen die Münchenbuchser noch eine Zusatzschlaufe drehen, die sie um Punkt 19.27 Uhr beenden.
Wüthrich: Entscheid in 2 Wochen
Wer den VBC Münchenbuchsee in der kommenden Saison trainieren wird, ist noch offen («Bund» vom 12. 3.). Jürg Wüthrich ist noch unschlüssig, ob er sich auf das Abenteuer NLA einlassen will oder nicht. Der Mehraufwand sei beträchtlich, von der Infrastruktur seien dem Verein Grenzen gesetzt, und auch bei der Teamzusammensetzung gebe es noch diverse offene Fragen. In zwei Wochen will Wüthrich einen Entscheid fällen. Klar ist: Der Vorstand möchte die Zusammenarbeit mit dem Erfolgstrainer fortsetzen. Wie zu hören ist, steht jedoch die Mannschaft nicht vorbehaltlos hinter ihm.

Der Jubel des VBC Münchenbuchsee nach dem entscheidenden Punkt. (Manuel Zingg)